• Antje Bek

Der Schmetterling

Von der Raupe zum Schmetterling – Ein Bild für die Unsterblichkeit der menschlichen Seele:



Die Natur kann zu uns sprechen, in ihr können wir Bilder für Lebenswirklichkeiten entdecken. Eines dieser Bilder ist der Schmetterling, den Kinder, die durch Schicksalsereignisse dem Thema „Sterben und Tod“ begegnen, häufig in ihren Zeichnungen auftauchen lassen.


Der Schmetterling - ein kleines großes Wunder

Im Schmetterling haben wir ein kleines großes Wunder vor Augen. Meistens erfreuen wir uns erst dann an ihm, wenn er in der warmen und hellen Jahreszeit durch die Lüfte flattert, schwebend von Blume zu Blume. Zu dieser Zeit hat der Schmetterling aber schon ein Leben hinter sich gebracht und bedeutende Verwandlungen durchgemacht. Vom Ei entwickelt er sich zur gefräßigen Raupe, die sich schließlich mit einem Faden einspinnt, sich „verpuppt“. Ein scheinbar lebloses „Ding“ hängt z.B. an einem Blatt. Es rührt sich nicht, sieht unscheinbar und grau aus. Darin ist es finster, kein Sonnenstrahl dringt hinein. Dennoch ist darin Leben, geheimnisvolle Umwandlungsprozesse finden statt, sie aber bleiben unserem Auge unsichtbar. Und dann das Wunder! Die Hülle öffnet sich, ein wunderschöner, häufig farbiger Schmetterling wird sichtbar. Er muss sich zunächst orientieren in der neuen hellen Welt, hält eine Zeitlang inne, um dann seine Flügel auszubreiten und durch die Luft dem Licht entgegen zu schweben, leicht, wie tanzend. War er vorher unbeweglich an einen Standort „gefesselt“, steht ihm nun die Welt offen und er kann sie aus einer ganz neuen Perspektive wahrnehmen und erleben.


Die menschliche Seele und der irdische Tod

Der Schmetterling kann uns zum Bild werden für die menschliche Seele, die während des Erdenlebens im physischen Körper ihr irdisches Zuhause findet. Er umhüllt sie wie die Puppe den Schmetterling. So wenig wie wir den sich entwickelnden Schmetterling sehen können, so wenig können wir die sich entwickelnde Seele eines anderen Menschen mit unseren physischen Augen betrachten. Dennoch können wir ahnen oder die Gewissheit haben, dass in unserem Körper, aber auch im Körper des anderen, etwas lebt, das sich durch den irdischen Tod von seinen Hüllen befreien und dem Licht entgegen gehen kann, befreit von dem, was das Erdenleben im wahrsten Sinne des Wortes auch „schwer“ gemacht hat. Das Leben geht danach auf verwandelte Weise weiter, neue Räume eröffnen sich und geben andere Perspektiven auf das irdische Leben.